Warum heißt es eigentlich "Posaunenchor" ?
Viele wissen wahrscheinlich gar nicht woher das Wort kommt und wo ein Posaunenchor seinen Ursprung hat. Muss es nicht „Posaunencorps“ heißen? Und warum spielen da auch noch andere Instrumente mit? Denken auch Sie „gute Frage“? Dann kommt hier die Antwort!
Im Lexikon ist folgende Bezeichnung zu finden:
„Ein Posaunenchor ist eine in den kirchlichen Verkündigungsauftrag (Kirchenmusik) eingebundene Laienmusikgruppe. Die Mitglieder spielen in der Regel Blechblasinstrumente wie Trompeten, Hörner und Posaunen. Oft ist eine Tuba vertreten und gelegentlich wird der Chor durch andere Instrumente ergänzt. Das Motto der Posaunenchöre ist Musizieren zum Lobe Gottes und den Menschen zur Freude.“
Geschichte der Posaunenchöre
Die Entstehung der Posaunenchöre steht im Zusammenhang mit dem Pietismus. Die ersten Posaunenchöre gab es im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Brüdergemeine. Im Zuge der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts wurden Posaunenchöre von Johannes Kuhlo gegründet. Seitdem haben sich Aufgaben und Selbstverständnis mehrfach gewandelt. Man strebte eine Abgrenzung von den Militärblaskapellen an. |
Gleichwohl erfolgte eine „Anerkennung“ als Musik der Kirche teilweise unter großen Widerständen der tradierten Kirchenmusik. |
Aufgaben und Einsätze
Das Blasen bei Gottesdiensten und Gemeindefeiern, mit dem die Freude am Lob Gottes und am Evangelium gefördert werden kann. |
Der Chorleiter kann Profi sein, z.B. Kirchenmusikerin/Kirchenmusiker der Gemeinde, meist sind es jedoch Laien, die sich durch Schulungen Kenntnisse in der Leitung eines Posaunenchores erworben haben. |
Und warum heißt es nicht „Corps“?
Wie oben schon erklärt, versuchten die Posaunenchöre sich klar von der Militärmusik abzugrenzen. Die Bezeichnung „Corps“ kommt aus der Militärmusik, wie z.B. das Heeresmusikcorps der Bundeswehr oder einfach bloß das allseits bekannte Tambourcorps. Die Posaunenchöre gingen aber sogar noch einen Schritt weiter. Da üblich ist, dass Mitglieder ein Instrument gestellt bekommen, verhinderte man ein Mitspielen mit eben diesem Instrument bei anderen Militärkapellen, indem man den Mitgliedern das spielen in „C“ beibrachte.
Das heißt, dort wo üblicherweise ein klingendes „B“ ertönt, liest der Militärblasmusiker ein „C“, der Posaunenchormusiker liest und spielt ein tatsächliches “B”. Dies hat unter anderem auch den Vorteil, dass der Posaunenchormusiker in der Lage ist, auch ohne Umdenken Partituren lesen und begleiten zu können.
Die meisten Posaunenchöre spielen daher heute noch die Partiturschreibweise, da sämtliche von der Kirche gestellte Musikliteratur in „C“ verfasst ist.