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"166 + 5" Eine ungewöhnliche Mischung!

Wer dieser Tage vor der Buirer Drehorgelwerkstatt von Gerhard Kern gestanden hätte, dem wäre vielleicht aufgegangen, was diese seltsame Formel zu bedeuten hat.
5 Bläser des Posaunenchores im Zusammenspiel mit den 166 Pfeifen der Drehorgel, die schon des öfteren in Buir zu hören war – beim 1000-Jahre-Buir-Fest, bei manchen Familienfesten, auch bei speziellen Anlässen in der Kirche wie z.B. beim vergangenen Weltjugendtag.
Diese ungewöhnliche Formation war öffentlich zum ersten Mal im Oktober 2003 auf dem Horremer Kirchplatz beim Kerpener-Orgel-Herbst zu hören und dann wenige Wochen später beim Weihnachtsmarkt am St.-Josef-Haus.
Was ist daran so ungewöhnlich ? In der Regel spielt eine Drehorgel alleine, ihre Musik ist durch Melodiestimme, Begleitung, Bass und Schlagzeug eigentlich schon komplett.
Ihre Lautstärke ist enorm - ein dreifach höherer Luftdruck als bei der Buirer Kirchenorgel sorgt für ein entsprechendes Klangvolumen. Ihr Spiel ist nur wenig beeinflussbar, da die Musiksteuerung auf den Kartonbüchern fest eingestanzt ist. Der Orgel-„Maschinist“ kann deshalb maximal das Tempo beeinflussen und muss dafür Sorge tragen, dass dieses immer richtig und vor allen Dingen gleichmäßig ist, um ein gutes Zusammenspiel zu garantieren.

Die Orgel wird per großem Schwungrad von Hand gedreht, was keine ganz leichte Aufgabe ist. Da die Drehorgel also immer nur das spielen kann, was das Kartonbuch ihr vorgibt müssen die Begleiter sich an ihre Stimmung anpassen. Genau da liegt der nächste Kniff. Die Orgel ist auf “Es” gestimmt. Die Musikstücke der Begleiter die in “B” gestimmt sind müssen also transponiert, d.h. in ihrer Tonlage angepasst werden.
Benedikt Kern, sowohl im Posaunenchor als auch in der Orgelwerkstatt zuhause, befand eines Tages, dass dieses Zusammenspiel das Experiment wert wäre. So wurden einige Stücke des Chores für die Orgel arrangiert, in Karton gestanzt und bei einer ersten Zusammenspielprobe mit 2 Trompeten, Posaune, Tenorhorn und Tuba in Gang gesetzt. Jeder Dirigent wäre damit überfordert, die Bläser hören auf die Orgel und passen ihr Tempo entsprechend an, der Orgelspieler bemüht sich ebenfalls um diesen Gleichklang.
Was herauskommt ist Musik, wie sie nirgendwo im Rheinland erklingt und außerdem ein ziemlicher Spass für die beteiligten Musiker. Bei unserem Jubiläumskonzert werden die Besucher dazu einige Kostproben zu hören bekommen.